Reviews: Sparta and War
Review Sehepunkte 7, 2007, No9

Review Gymnasium, Vol 114, No 5, 2007, pp488-490
by Wolfgang Berggold

Alle Beitrage - auch die hier nicht angesprochenen - bieten auf ihre Weise interes-sante und teilweise neue Einblicke in die Diskussion um das militarische und zivile Sparta und haben das Potential, der Spartaforschung neue Impulse zu verleihen. Somit ist dem Gespann Hodkinson/Powell erneut ein (mil wenigen Abstrichen) wertvoller Beitrag zur aktuellen Spartaforschung gelungen.

Review: Museum Helveticum 66, 2009, pp258-259, by Lukas Thommen


Die Verbindung von Sparta und Krieg ist sowohl in antiken als auch in modernen Bildern derart geiaufig und vertraut, dass die Forschung immer wieder gefordert ist, sie kritisch zu hinterfragen. Das «Fifth International Sparta Seminar», welches das bewahrte Herausgeber-Team Hodkinson/Powell im September 2004 organisiert hatte, stand unter der Frage nach der gegenseitigen Beeinflussung von Krieg und Gesellschaft. Der vorliegende Band ist dem Rahmen entsprechend nicht als umfassende Einfiihrung in das Thema angelegt, sondern stellt eine Sammlung eher zufalliger Einzelthemen dar. Diese sind aber allesamt von ausgewiesenen Sparta-Spezialisten verfasst, bewegen sich auf hohem wissenschaftlichem Niveau und entwickeln originelle Ideen, welche die Sparta-Forschung - trotz einiger allzu verschlungener Pfade und Beweisfuhrungen - klar bereichern. Weniger iiberraschend bzw. neu ist dabei das iibergeordnete Beweisziel, dass die spartanische Gesellschaft nicht nur mili-tarisch ausgerichtet war, sondern die Burger auch wesentliche zivile Aufgaben zu erfiillen hatten (S. Hodkinson).
Insgesamt gelingt in dem Band eine bessere Einstufung verschiedener spartanischer Phanomene wie der im Krieg fehlbaren und daher gesellschaftlich geachteten tresantes (J. Ducat), der gemein-schaftlich beerdigten und privat erinnerten Gefallenen (P. Low) sowie der militarischen Elitetruppe der 300 hippeis (T. Figueira). M. Lupi identifiziert eine der drei Abteilungen (Hundertschaften) der hippeis plausibel mit der bei Herodot (9,53) genannten Pitanates lochos ~ womit auch die vermeint-liche Gliederung der spartanischen Armee nach den fiinf Dorfabteilungen Spartas in Frage gestellt wird. Niitzlich sind ferner die Beitrage iiber den politischen Einsatz von Verrat zur Sicherung der spartanischen Vorherrschaft (F. Ruze), die topographischen Angaben zu den Fortifikationen an den lakonischen Grenzen, die sich v.a. nach dem Verlust von Messenien aufdrangten (aber kaum - wie von J. Christien vermutet - mit der Einfuhrung der krypteia als staatlich organisiertem Terror einhergin-gen) und zu dem im ausgehenden 5Jh. v.Chr. einsetzenden Soldnerwesen, das Sparta voriibergehend stiitzte, aber auch in den Niedergang begleitete (E. Millender; erganzt von N. Humbles Uberlegungen zu Xenophons Sicht vom Verlust spartanischer Tapferkeit). Den Abschluss bildet der Beitrag von A. Powell, der den Grund, warum Sparta in den Jahren 404 und 403 v.Chr. das besiegte Athen von der Vernichtung verschonte, in der Furcht vor der Verderbnis durch personliche Bereicherung erblickt, weitere Griinde (gerade auch die Grosse Athens bzw. Attikas und seiner Burgerschaft) dabei aber allzu weit in den Hintergrund treten lasst.